Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck

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Rowohlt Verlag

Der Rowohlt Verlag mit Sitz in Reinbek und Berlin feierte 2008 seinen 100. Geburtstag. Bis heute gilt der Anspruch des Gründers: gut lesbare Literatur auf hohem Niveau zu machen.


Ernst Rowohlt (im Bild) und sein Sohn H. M. Ledig-Rowohlt
Zum ersten Mal wurde der Verlag von Ernst Rowohlt 1908 in Leipzig gegründet - ein kurzes Intermezzo. Schon vier Jahre später erwarb Kurt Wolff, bis dahin stiller Teilhaber, die Autorenrechte. 1918 wurde Rowohlt in Berlin ein zweites und nach dem Zweiten Weltkrieg in Stuttgart und Hamburg ein drittes Mal gegründet. Schon früh zählten deutschsprachige Schriftsteller wie Kurt Tucholsky, Hans Fallada und Robert Musil zu Ernst Rowohlts Hausautoren.

Der große New Yorker Verleger Roger Straus hat einmal gesagt, Rowohlt sei "ein nur zufällig in Deutschland beheimateter amerikanischer Verlag." Tatsächlich ist der Verlag seit jeher eine erstrangige Adresse für große amerikanische Literatur. Es begann 1928 mit Sinclair Lewis und Ernest Hemingway – zwei aus der Riege der US-Großautoren, die den Literaturnobelpreis erhielten. Von Thomas Wolfe, Henry Miller, Vladimir Nabokov und John Updike zieht sich die "amerikanische Linie" bei Rowohlt bis zu führenden US-Autoren unserer Tage wie Thomas Pynchon und Toni Morrison, Cormac McCarthy und Denis Johnson, Paul Auster und Siri Hustvedt, Jonathan Franzen und Jeffrey Eugenides.

1949 hatte mit Jean-Paul Sartre einer der philosophisch-literarischen Fixsterne der französischen Moderne bei Rowohlt Einzug gehalten; ihm folgten Werke von Simone de Beauvoir und Albert Camus. Wie weit das Spektrum internationaler Literatur bei Rowohlt gegründet ist, dokumentieren allein die Literaturnobelpreise für die Amerikanerin Toni Morrison (1993), den Portugiesen José Saramago (1998), den Ungarn Imre Kertész (2002), die Österreicherin Elfriede Jelinek (2004) und den britischen Dramatiker Harold Pinter (2005). Mit Martin Walser und Daniel Kehlmann fanden in den vergangenen Jahren zwei der wichtigsten deutschen Gegenwartsautoren den Weg nach Reinbek.

Mit Götter, Gräber und Gelehrte, C. W. Cerams Roman der Archäologie, der zum Weltbestseller wurde, setzte Rowohlt schon vor mehr als einem halben Jahrhundert Akzente für das erzählende Sachbuch. Zu den bedeutendsten Sachbuchautoren der Gegenwart zählen u. a. Joachim Fest, Stephen Hawking und Oliver Sacks. Seit 2002 sind die Bücher des Alexander Fest Verlags in das Programm von Rowohlt integriert.

Zum Rowohlt Verlag gehören außerdem:

Rowohlt Berlin
Der Rowohlt Berlin Verlag wurde im bewegten Herbst 1990, kurz nach der Wende, gegründet. In seiner eigenständigen Programmpolitik spiegelt sich die politische und gesellschaftliche Entwicklung des Landes ebenso wie die wachsende Bedeutung Berlins als europäische Metropole. Zu den wichtigsten Autoren des Verlages zählen in der Belletristik Aharion Appelfeld, Friedrich Christian Delius, Max Goldt und Kirsten Fuchs, im erzählenden und politischen Sachbuch Wolfgang Büscher, Klaus Bednarz, Helge Timmerberg, Hans Leyendecker, Alexander von Schönburg, Kathrin Passig und Dirk Sager.

Rowohlt Polaris
Im März 2010 gegründet, ist Rowohlt Polaris das jüngste Mitglied der Rowohlt Verlage. In dem belletristischen Programm werden jährlich zwölf Titel erscheinen; Spannung, Fantasy und Humor für Leser von 16 – 66 dominieren. Rowohlt Polaris startet im November 2010 mit einer Mischung aus Original- und deutschen Erstausgaben, bekannten Autoren sowie vielversprechenden Debütanten: von Nora Melling und Dan Chaon bis Heinz Strunk und Markus Kavka.

Kindler Verlag
Mit Biographien und Autobiographien, Werken zum Zeitgeschehen und großen Enzyklopädien wurde der 1945 gegründete Verlag zu einem der bedeutendsten deutschen Traditionshäuser nach dem Zweiten Weltkrieg. Sitz des Verlages ist seit März 2004 Reinbek, wo er als Label der Rowohlt Verlage fungiert. Zu seinen wichtigsten Autoren zählen David Safier, Jan Weiler, Andrea Camilleri, Leena Lehtolainen, Philippe Claudel und Astrid Fritz.

Wunderlich Verlag
Seit Mitte der achtziger Jahre veröffentlicht der Wunderlich Verlag unterhaltsame Belletristik, Spannungsliteratur, Memoiren und Sachbücher. Der Bogen spannt sich von Rosamunde Pilcher und Ildikó von Kürthy bis Simon Beckett, Petra Hammesfahr, Jan Seghers und Jilliane Hoffman.

Rowohlt Taschenbuch Verlag
rororo war die erste Taschenbuch-Reihe in Deutschland. Im Juni 1950 erschien Hans Falladas Kleiner Mann – was nun?, der Startschuss zu einer Revolutionierung des deutschen Buchhandels. Seither wurden rund 16.000 rororo-Bände publiziert, in einer Gesamtauflage von ca. 600 Millionen Exemplaren. Die Erfolgsgeschichte wird bis heute fortgeschrieben – in der Belletristik wie im Sachbuch.



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"Ich verlege die Bücher, die ich mir selber in einer Buchhandlung kaufen würde."
Ernst Rowohlt